Zwischen Himmel und Hölle (AT: Ein Geschenk des Himmels) Dokumentarfilm von Susanne Schüle und Elena Levina

17. Dokumentarfilm Förderpreis aus Mitteln der Bremischen Landesmedienanstalt

Zwischen Himmel und Hölle

in Entwicklung
D/RU

Unweit der Mongolischen Grenze liegt auf russischer Seite das Altai Gebirge. Dort lebt auf einer abgelegenen Alp der Schafhirte Boris Urmatow. In einer frostigen Winternacht reißt ein lauter Knall den Mann mit ledergegerbtem Gesicht aus dem Schlaf. In seinem Garten ist ein hundert Kilo schweres Raketenschrottteil gelandet. Nur knapp hat es seine Hütte verfehlt.

Als der einfache Mann, der kaum lesen und schreiben kann, realisiert, dass es sich um ein Teil einer 'Sojus'-Rakete handeln muss, meldet er den Vorfall gemäß Vorschrift der Zivilschutzbehörde. Wenig später landen die Mitarbeiter der russischen Weltraumbehörde Roskosmos mit einem Helikopter, um das Schrottteil abzutransportieren. Urmatow verlangt- angestachelt von den herumstehenden Leuten - eine Entschädigung von einer Million Rubel, etwa 25.000 Euro. Um seine Forderung nach einer Entschädigung zu bekräftigen, hat er eine Klage eingereicht. Aber diese ist im Labyrinth der russischen Bürokratie verschwunden und Boris Urmatow müsste eigentlich regelmäßig in die nächstgegelene Provinzstadt reisen, um sich um das Verfahren zu kümmern. Die 40 Rubel aber für die Fahrkarte kann er nicht aufbringen. Er ist wie die meisten Menschen hier arbeitslos. Und wenn er etwas Geld hat, dann kauft er sich davon lieber eine Flasche Wodka.

Bereits zu sowjetischen Zeiten wurde die von riesigen Wäldern überzogene Gegend im Altai Gebirge zur Abwurfzone von abgestoßenen Raketenstufen erklärt. In diesem "Planquadrat 310" - wie es die Moskauer Bürokraten nannten - wohnt unser Protagonist. Ausgehend von Urmatows Geschichte entsteht ein dokumentarisches Roadmovie, das in die Kultur und in den Alltag der indigenen Altai-Bevölkerung eintaucht. Ein Volk, das mit anachronistischen Mitteln versucht, seinen bedrohten Lebensraum ins dritte Jahrtausend hinüber zu retten.

Auf der Reise durch das "Planquadrat 310" werden wir Zeuge von skurrilen Geschichten voll Witz, Trauer und Wut. Wenn die Überreste der Transportraketen von GPS, Mobilfunk und Nachrichtensatelliten auf den Erdboden prallen, treffen Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

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