Mai 2026

Filmstart 12 die Stipendien 2026/2027

Sieben Projekte wurden durch die diesjährige Filmstart-Jury ausgewählt - drei Filme gehen in die Produktion und vier in die Projektentwicklung.

filmstart12 flyer ANSICHT 1
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Das Bremer Projektstipendium Filmstart von nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH und Filmbüro Bremen besteht seit 2014 und fördert Nachwuchsprojekte sowie Filmkunst. Auf das diesjährige Förderbudget von 45.500€ bewarben sich 26 Projekte aller Genres und Längen. 92% der Anträge kamen aus Bremen, 42% von Frauen und ebenfalls 42% von Filmschaffenden mit Migrationshintergrund.

Fiktionale Stoffe waren in diesem Jahr nahezu ebenso stark vertreten wie dokumentarische Stoffe, letztere oft mit einem experimentellen Konzept.

Die Jury

Wie üblich werden die Förderentscheidungen bei Filmstart von einer jährlich wechselnden Fachjury getroffen. Dieses Jahr waren das:

Jörg Siepmann, Produzent bei 2Pilots, Köln
Hoda Taheri, Künstlerin und Filmemacherin, Berlin
Yugen Yah, Filmemacher und Host bei Indiefilmtalk.de, Berlin

Jury Filmstart 2026 J.Siepmann Y.Yah H.Taheri
Jury Filmstart 2026 J.Siepmann Y.Yah H.Taheri

Zwei Tage lang befasste sich die Jury mit den eingereichten Anträgen und diskutierte jedes Projekt einzeln. Grundlage für ihre Entscheidungen sind künstlerische und filmfachliche Gesichtspunkte.
Die Diskussion der Jury, ihre fachliche und formale Einschätzung der Anträge, bietet oft wertvolle Hinweise für die Antragsteller:innen. Dieses Feedback kann für zukünftige Anträge genutzt werden. Das Filmbüro Bremen bietet daher eine mündliche Erläuterung der Juryentscheidungen für nicht-geförderte Projekte an.

Die geförderten Projekte

Die Jury wählte dieses Jahr drei kleinere Projekte für die Produktion aus sowie vier größere Projekte, die in der Projektentwicklung unterstützt werden.

Die geförderten Projekte decken ein breites Spektrum ab: Gefördert werden unter anderem ein Kurzfilm über Menschen in einer Katastrophensituation, eine Geschichte über zwei Personen, die vorgeben, verheiratet zu sein und folgen einem Essay über Resilienz zwischen Natur und Kriegserbe.
Bisher noch in der Entwicklung sind vier Projekte, die sich mit einer ideologie- und traumafreien Kindheit auseinandersetzen, Gott und Herrgott bei ihrem Streit um die Welt beobachten, einer fragmentierten Familiengeschichte nachgehen oder zu einem philosophischen Sci-Fi-Film werden sollen.

Die Projekte im einzelnen:

Tower Kurzfilmdrama von Astrid Menzel, Bremen

Während ein Sturm über die Inseln der finnischen Schärengärten hinwegzieht, sucht eine Gruppe Menschen Schutz in einem abgelegenen Flughafentower und hofft auf Rettung aus der Luft. Als ein Hubschrauber kommt und nur einige von ihnen mitnehmen kann, muss die Gruppe entscheiden, wer mitfliegen darf und wer zurückbleiben wird.

5.500€ Förderung der Produktion

Jurybegründung: 

Die Jury hat entschieden, Tower zu fördern, da das Projekt eine klar zugespitzte Ausnahmesituation entwirft, in der eine Gruppe unter Zeitdruck existenzielle Entscheidungen treffen muss. Die Frage, wer gerettet wird und wer zurückbleibt, bildet den Kern der Erzählung und verleiht dem Film eine unmittelbare Dringlichkeit. 
Der Film entwickelt sich von einer scheinbaren Katastrophensituation hin zu einer Beobachtung menschlichen Verhaltens, in der Solidarität, Zufall und individuelle Haltung gleichberechtigt nebeneinander stehen.
Die Jury hebt hervor, dass das Projekt weniger auf klassische Dramatisierung setzt, sondern auf Verdichtung von Momenten und Entscheidungen. Dadurch entsteht ein eigenständiger Zugriff auf ein universelles Thema: den Umgang mit Unsicherheit und die Frage nach Verantwortung innerhalb einer Gruppe.
Insgesamt sieht die Jury ein prägnantes Kurzfilmprojekt mit klarer erzählerischer Idee, das durch seine Mischung aus Spannung, Reduktion und subtiler Ironie ein eigenständiges Profil entwickelt.

Astrid Menzel ist eine Bremer Filmemacherin, die sich mit persönlichen wie gesellschaftlichen Grenzerfahrungen auseinandersetzt. Ihre Filme zeichnen sich durch intime Perspektiven und eine sensible visuelle Sprache aus und wurden auf verschiedenen Festivals prämiert, unter anderem mit dem Goldenen Reiter beim Filmfest Dresden sowie dem Young Eyes Filmaward beim DOK Leipzig. In ihrem Projekt „Tower“ widmet sie sich dem Zusammenhalt in Krisenzeiten und der Frage, wie ein Abschied zum Neuanfang werden kann.

Menzel Astrid by Sebastian Funk
Menzel Astrid by Sebastian Funk

Zwei Stunden Ehe Experimentalfilm von Hassan Sheidaei, Bremen

Der Film „Zwei Stunden Ehe“ ist ein intimes Kammerspiel, das vollständig aus der Perspektive eines unsichtbaren dritten Mitfahrers erzählt wird. Ein Mann und eine Frau fahren gemeinsam durch die Nacht. Sie haben kurz zuvor Drogen konsumiert. In ihrem Zustand beginnen sie, ihre Realität neu zu konstruieren: Für beide fühlt es sich zunehmend selbstverständlich an, dass sie längst ein Ehepaar sind. Die zentrale Frage des Films ist nicht, ob ihre Erinnerungen wahr sind, sondern wann eine Beziehung beginnt. Reicht eine gemeinsame Geschichte – selbst wenn sie gerade erst erfunden wird?

6.000€ Förderung der Produktion

Jurybegründung:

Die Jury hat entschieden, das Projekt in der Produktion zu fördern, da es durch seine reduzierte formale Setzung eine eigenständige Sprache entwickelt. Die Beschränkung auf einen Raum und eine feste Perspektive erzeugt eine klare Konzentration auf Wahrnehmung, Dialog und die Konstruktion von Realität.
Inhaltlich überzeugt die Idee einer spontan erfundenen Vergangenheit, die sich zunehmend verdichtet und Fragen nach Identität und Beziehung aufwirft. Die Verschiebung zwischen Fiktion und empfundener Wahrheit verleiht dem Film zusätzliche Tiefe.
Der Antragsteller zeigt eine erkennbare künstlerische Handschrift im experimentellen Bereich, die eine präzise Umsetzung erwarten lässt. Die Jury sieht ein formal konsequentes und künstlerisch eigenständiges Kurzfilmprojekt mit Festivaltauglichkeit.

Hassan Sheidaei, geboren 1984 in Teheran/Iran. Der freischaffende Filmemacher und Bildende Künstler studierte freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen. Seine Werke sind mit zahlreichen Stipendien und Preise ausgezeichnet wprden, u.a. Stipendium Crespo Foundation, Kunstpreis Ottersberg, Aufenthaltsstipendium Worpswede, Artist in Residence in Marrum Niederlande, Nominierung Nordwestkunstpreis, DA! Art-Award Preis Düsseldorf, Weißenburger Kunstpreis, Stipendium der Stiftung Kunstfonds, Nominierung für Andreas Kunstpreis Harz, Begabtenstipendium der Friedrich-EbertStiftung, 24. Videokunst Förderpreis Bremen, Publikumspreis 52. Short Film Collection Bremen und Deutschlandstipendium. Hassan Sheidaeis Arbeiten werden regelmäßig bei internationalen Ausstellungen und Festivals gezeigt. 

Hassan Sheidaei by Kerstin Rolfes
Hassan Sheidaei by Kerstin Rolfes

After Dvina Experimenteller Dokumentarfilm von Yuliya Tsviatkova, Bremen

Im Spiegel eines glazialen Sees verschmilzt die verfallene Raketenbasis mit Wald und Moor – ein Ort, an dem die Natur Erinnerung bewahrt, während menschliches Gedächtnis verblasst. „After Dvina“ ist eine filmische Meditation über das Vergessen, über Landschaften als Archive der Gewalt und über das unruhige Flimmern einer Vergangenheit, die nicht vollständig vergangen ist.

12.500€ Förderung der Produktion

Jurybegründung: 

"After Dvina“ ist ein dokumentarisch-experimenteller Film, der sich mit Erinnerung, der Natur und den Spuren des Kalten Krieges auseinandersetzt. Wir als Jury haben uns zur Förderung dieses Projekts entschieden, weil es ein ansprechendes und zugleich eigenständiges Konzept verfolgt. Besonders überzeugend ist dabei der Hintergrund und die vorangegangenen Werke der Filmemacherin, die einen differenzierten Blick auf Natur als lebendiges, resilientes System ermöglichen, was dem Film eine zusätzliche inhaltliche Tiefe verleiht. Obwohl die ruhige, essayistische Form nicht unmittelbar zugänglich ist, erkennen wir in der konsequenten ästhetischen Haltung und der Bildsprache eine klare künstlerische Vision.

Yuliya Tsviatkova, geboren 1993 in Belarus, ist eine Künstlerin mit einem Schwerpunkt auf Video- und Filmarbeiten. Mit einem Hintergrund in Biologie verbindet ihre Praxis wissenschaftliche Beobachtung mit poetischem Erzählen, um die Schnittstellen von Ökologie, Erinnerung und politischem Trauma zu erforschen. Durch nicht-lineare Narrative und eine immersive visuelle Sprache untersucht sie Themen wie Exil, ökologische Gewalt und die Verflechtungen von menschlichem und nicht-menschlichem Leben.
Tsviatkova studierte Freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen und schloss dort 2025 als Meisterschülerin ab. Ihre Arbeiten wurden in verschiedenen Ausstellungskontexten und Filmreihen gezeigt, unter anderem im Weserburg Museum für moderne Kunst und im Kunstquartier Bethanien sowie auf internationalen Filmfestivals wie dem Kasseler Dokfest, dem European Media Art Festival (EMAF) und den Rencontres Internationales Paris/Berlin.
In ihren Filmen erscheint der Wald häufig als zentrale Figur – zugleich Ort des Rückzugs, des Konflikts und des Erinnerns –, durch den sie untersucht, wie historische und politische Kräfte emotionale und ökologische Realitäten prägen.

Yuliya Tsviatkova
Yuliya Tsviatkova

A Second Life  Dokumentarfilm von Ehab Ghafri (Regie, Nablus) und Simona Theoharova (Produktion, Bremen) 

Ein palästinensischer Künstler verwandelt sein Trauma in Fussball und Theater als ideologiefreie Orte für Kinder, während sich das palästinensisch-europäische Filmteam durch die absurde Realität der Dreharbeiten eines Dokumentarfilms im Westjordanland navigiert – herzzerreißend, trotzig und unerwartet komisch. Eine kreative Doku aus unterschiedlichen und ungewohnten Blickwinkeln und unter besonderen Umständen.

6.000€ Förderung der Projektentwicklung

Jurybegründung:

"A Second Life" ist ein abendfüllender Dokumentarfilm über den palästinensischen Theatermacher Qais Owais. Wir als Jury haben uns zur Förderung dieses Projekts entschieden, weil es auf eindrucksvolle Weise eine persönliche Geschichte mit universellen Fragen nach Resilienz, Würde und Selbstbestimmung verbindet. Besonders überzeugt hat uns der Perspektivwechsel: Statt eines klassischen Krisenblicks zeigt der Film, wie Kunst und Gemeinschaft als aktive Formen des Überlebens und der Hoffnung wirken. Qais’ Engagement für Kinder und Jugendliche schafft konkrete Räume jenseits von Ideologie – ein Ansatz von hoher gesellschaftlicher und politischer Relevanz.
Darüber hinaus zeichnet sich das Projekt durch eine mehrschichtige und reflektierte filmische Umsetzung aus. Die Verbindung aus dokumentarischer Beobachtung, Re-Enactments und einer Meta-Ebene über den Entstehungsprozess ermöglicht eine differenzierte, selbstkritische Erzählweise. Insgesamt überzeugt „A Second Life“ als ein mutiges, relevantes und formal ambitioniertes Projekt mit nachhaltiger Wirkung.

Simona Theoharova by Janine Guldener
Simona Theoharova by Janine Guldener
Ehab Ghafri
Ehab Ghafri

Simona Theoharova, geboren 1986 in Sofia [BG] als Kind zweier Philosophen, arbeitet seit 2002 an Projekten mit Social Impact und Nachhaltigkeit und lebt heute in Bremen. Die Diplom-Psychologin produzierte und inszenierte Kurzfilme sowie die preisgekrönte Dokuminiserie tripleF*** und war Head Narrative Designerin beim VR-Projekt Selina – Mind at Large, das 2023 in der PB des Internationalen Filmfests Venedig selektiert wurde. Das aktuelle Projekt mit Ehab A Second Life war in der offiziellen Selektion der Sofia Meetings 2026.

Ehab Ghafri, geboren 1989 in Nablus [PS], ist Psychologe und Theatermacher und seit 2007 in der darstellenden und sozialen Kulturarbeit aktiv. Ab 2015 arbeitete er als Licht- und Kameramann für Theater-, Film- und Serienproduktionen in der Westbank, bevor er 2021 mit eigenen Kurz- und Mittellangfilmen als Regisseur debütierte. Sein Mittellangfilm Jenin tourt derzeit durch Europa; A Second Life ist sein erster abendfüllender Dokumentarfilm und seine dritte Zusammenarbeit mit Simona.

GOTT vs HERRGOTT Satirische Knetgummi-Serie von Jule Körperich, Bremen

Als GOTT – eine liebenswerte, schwarze Frau mit dünnem Nervenkostüm – nach 20.000 Jahren Elternzeit an ihren Arbeitsplatz im Himmel zurückkehrt, stellt sie entsetzt fest, dass ihr Stellvertreter HERRGOTT in ihrer Abwesenheit richtig Scheiße gebaut hat – die Erde ist übersät mit Problemen, die auf der neuen Macht des Patriarchats basieren. Unterdrückung, Krieg, Klimakrise, Hungersnöte – der Planet brennt! Und alle Sorgen der Menschheit finden ihren Ursprung in der mangelnden Empathie und Machtgeilheit der Männer in Führungspositionen. Gott wird stinksauer und beschließt nicht nur Herrgott zu beurlauben, sondern auch die durch das Patriarchat verursachten Probleme mit ihrer allumfassenden Macht zu lösen. In jeder Folge der ca. 5 Minuten langen Episoden sehen wir einen Versuch.

6.000€ Förderung der Projektentwicklung

Jurybegründung: 

Die Jury unterstützt GOTT vs. HERRGOTT aufgrund seines mutigen, originellen und hochrelevanten Konzepts, das sich dringenden feministischen Themen durch Satire, Humor und eine subversive Erzählperspektive nähert. Indem Gott als weibliche Protagonistin neu gedacht wird, die sich einer von patriarchalen Strukturen geprägten Welt stellt, schafft das Projekt einen eindrucksvollen und zugänglichen Rahmen, um über systemische Ungleichheit, Macht und soziale Schieflagen zu reflektieren.
Besonders überzeugt hat uns die Fähigkeit des Projekts, politische Schärfe mit einem spielerischen Ton zu verbinden, wodurch komplexe und oft schwierige Themen auf eine fesselnde und breit zugängliche Weise vermittelt werden können. Es handelt sich um ein mutiges, zeitgemäßes und künstlerisch überzeugendes Projekt mit klarem Potenzial, bei einem zeitgenössischen Publikum Resonanz zu finden und sowohl kritische Reflexion als auch Unterhaltung zu bieten.

Jule Körperich, geboren 1975 in Hamburg, studierte Jura in Kiel und Barcelona und Freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen, sie war 2014/2015 Meisterschülerin bei Jean-François Guiton, Atelier für Zeitmedien, Hochschule für Künste Bremen. Seitdem arbeitet sie als Medienanwältin und Trickfilmerin in Bremen. Ihre Leidenschaft ist das Entwerfen von und Basteln an kleinen Erzählkosmen, in denen sie ihre Figuren mit viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt. Ihre Filme liefen auf zahlreichen Festivals, insbesondere in Ann Arbor, Los Angeles, New York, Atlanta, Montreal, Tokyo, Shenzhen, Seoul, London, Ghent, Barcelona, Venedig, Sofia, Athen, Helsinki, Ghent, Wien, Berlin, Bamberg, Dresden, Leipzig, Köln, Frankfurt, Münster und Bremen und wurden mehrfach als Beste Animation ausgezeichnet. Sie ist Mitglied im Rundfunkrat von Radio Bremen und im Vorstand des Filmbüro Bremen e.V.

Jule Körperich by Tetiana Cherniavska
Jule Körperich by Tetiana Cherniavska

Anschluss Dokumentarfilm von Iván Simonovis Pertiñez, Berlin

Eine Frau verlässt Bremen. Ein Baby bleibt zurück. Jahrzehntelang schweigt ihre neue Familie in Venezuela. In „Anschluss“ kehrt Iván Simonovis Pertiñez in die Heimatstadt seiner Großmutter zurück, um eine Geschichte zu rekonstruieren, die lange verborgen blieb. Durch Fotografien, Briefe und die Orte, die sie einst bewohnte, wird eine Frau sichtbar, geprägt von Migration, Schweigen und Entscheidungen, deren Folgen noch heute in der Familie nachhallen.

5.500€ Förderung der Projektentwicklung

Jurybegründung: 

Die Jury unterstützt ANSCHLUSS für seinen sensiblen und eindringlichen Zugang zu einer zutiefst persönlichen und zugleich universell resonanten Geschichte von Migration, Abwesenheit und generationsübergreifender Erinnerung. Das Projekt rekonstruiert sorgfältig eine lange verschwiegenen Familiengeschichte, die sich in Fragmenten aus Archiven, Orten sowie der ethischen Komplexität von Aufbruch, Zugehörigkeit und den Folgen persönlicher Entscheidungen über die Zeit hinweg entfaltet.
Besonders überzeugt hat uns die klare filmische Vision, die beobachtende Elemente mit einer reflektierten Auseinandersetzung mit Fotografien, Briefen und aufgezeichneten Erinnerungen verbindet. Diese fragmentarische und zugleich bewusste Erzählstruktur spiegelt die Natur von Erinnerung selbst wider und lässt eine Geschichte mit großer Intimität und Tiefe entstehen. Es ist ein leises, aber kraftvolles Projekt mit starkem künstlerischen Potenzial, das sowohl erzählerische Reife als auch eine klare Handschrift der Regie erkennen lässt.

Iván Simonovis Pertiñez ist ein venezolanischer Filmemacher mit Sitz in Berlin und Schwerpunkt auf dokumentarischen Formaten. Sein Dokumentarfilm "My Father's Prison" feierte Premiere bei Visions du Réel und gewann den Publikumspreis beim Festival de Cine de Gijón. "Anschluss" ist sein zweiter Film.

Iván Simonovis Pertiñez
Iván Simonovis Pertiñez

Ghostly Pathways Spielfilm von Yuval Hameiri, Bremen

Welcome to Ghostly Pathways. A place with a strange story. Once every 15 years, on a dramatic night, the rivers turn black, and the gods come down from the sky. They visit the people in their dreams and demand a tribute: surrender your body or your spirit. Consequently, the land is populated by three types of beings: mindless bodies roaming on primal instincts, invisible spirits whispering from old hilltop telephones, and the young under 15, who still hold to both. Toby, a writer who is looking for a quiet place to work, doesn’t know he arrived just seven days before the cosmic event. If he lingers there, he will also have to make a sacrifice, but his main concern at the moment is how to establish an internet connection. Through a series of absurd encounters, we are exposed to eccentric characters and strange world orders until the day a choice must be made.

4.000€ Förderung der Projektentwicklung

Jurybegründung: 

Die Jury hat entschieden, das Projekt zu fördern, da es eine eigenständige künstlerische Vision verfolgt, die absurdes Erzählen mit existenziellen Fragestellungen verbindet. Das Projekt entwirft eine bildhafte Welt, in der persönliche Erfahrung und philosophische Reflexion zu einer eigenen filmischen Sprache zusammenfinden. 
Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Humor und existenzieller Bedrohung, die dem Stoff eine klare Tonalität verleiht. Die autobiografische Perspektive des Autors, geprägt von Flucht und dem Leben in Bremen, verleiht dem Projekt emotionale Authentizität und gesellschaftliche Relevanz. Zugleich gelingt es, diese Erfahrungen in eine universelle Erzählung über Identität und Zugehörigkeit zu überführen.
Der Bremen-Bezug stärkt die lokale Filmszene. Die Jury sieht ein hohes Potenzial für einen international relevanten Film.

Yuval Hameiri, non-disciplinary artist, wanderer, coffee maker, true friend, inconsistent being, director, performer, and creator for screen, stage, and space.
Member of "Art Class" Collective, exploring feedback methods and creative processes, seeking the poetics of the everyday and the relationships between spirit and matter. 
I was born in Haifa in 1987. I received a video camera in 2000. I studied film directing at the Department of Film at Tel Aviv University and the Sam Spiegel Film and Television School in Jerusalem. I studied education and art at the Beit Berl College. I write "studied" because I did not graduate from any of those places.
Currently, I live in Bremen, Germany, engaging in various forms of procrastination and writing short biographies of myself.

Yuval Hameiri by Naomi Meroz
Yuval Hameiri by Naomi Meroz

Die Stipendiat:innen haben nun bis Dezember 2027 Zeit, ihre Projekte zu realisieren. Sie werden dabei vom Filmbüro Bremen begleitet und ggf. mit Einzelcoachings durch Bremer Filmschaffende unterstützt.

Filmstart ist ein gemeinsames Förderinstrument von nordmedia und Filmbüro Bremen.

Die Ausschreibung 2026

Das Projektstipendium Filmstart fördert Nachwuchsfilmprojekte und künstlerische Filme. Die Fördergelder in Höhe von 45.500€ werden von nordmedia zur Verfügung gestellt, das Filmbüro Bremen organisiert Ausschreibung und Jury und betreut die Filmschaffenden bei der Umsetzung. Wir empfehlen eine Antragsberatung im Filmbüro.

filmstart12 flyer ANSICHT 1
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Diese Ausschreibung erfolgt unter dem Vorbehalt, dass die Fördergelder rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden.

Workshop zur Einreichung Sonntag, 1. März 2026 10-18 Uhr

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Bis zum 12.März ist die Bewerbung für Filmstart Bremen möglich und auch für die Kurzfilmförderung des Kuratoriums junger deutscher Film. Beide ermutigen explizit auch Neulinge zur Einreichung. Dennoch wird die Entscheidung hier wie da von professionellen Jurys gefällt, und die Konkurenz ist groß. Es lohnt sich also, Mühe in den Antrag zu stecken.
Dieser Tages-Workshop wendet sich an alle, die jetzt ein Filmprojekt einreichen wollen und hilft bei den beiden schwierigsten Teilen eines Antrags, nämlich Kalkulation und Exposé.

Die Teilnahme ist unentgeltlich, eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich: (Email-Adresse)
Danach planen wir den Ort.

Sonntag, 01.03.2026 10:00-13:30 Uhr

Einführung in Kalkulation und andere Antragshürden – Workshop mit Franziska Gröhne

Wie berechnet sich denn überhaupt ein fairer Lohn? Wie ist das mit Versicherung? Was gehört überhaupt alles in eine vernünftige Kalkulation? u.s.w.

Sonntag, 01.03.2026 14:30-18 Uhr

Workshop Einseiter und Exposé – Was will ich eigentlich erzählen? Workshop mit Corinna Gerhards

Funktioniert der Plot, den ich mir ausgedacht habe? Stimmt der Spannungsbogen und die Figurenentwicklung? Und wie um Himmels Willen bringe ich das ganze auf die Länge eines Einseiters oder eines Exposés?

Die wichtigsten Richtlinien

Das Bremer Projektstipendium „Filmstart Bremen“ ist eine Initiative und Kooperation von nordmedia und Filmbüro Bremen und richtet sich an Nachwuchsfilmprojekte sowie kleine und/oder künstlerische Produktionen etablierter Bremer Filmschaffender mit einem Förderbedarf von bis zu 20.000 Euro.
Der Fokus des Projektstipendiums liegt im Bereich der Produktion audiovisueller, vornehmlich narrativer, Werke mit filmkünstlerischem Charakter und linearer oder nicht linearer Struktur aller Genres und Formate. Hiervon ausgenommen sind reine Webapplikationen, Apps und Games.

Bevorzugt werden bislang noch nicht unterstützte Vorhaben und nicht primär auf Verwertbarkeit orientierte bzw. künstlerische, kleinere oder schwierigere Filmprojekte sowie insbesondere jene, die der Professionalisierung dienen. Eine Altersbeschränkung existiert nicht.

Im Zentrum steht der Bereich Produktion; auch Projektentwicklung, Vertrieb und Abspiel können unterstützt werden.

Ein Bremen-Bezug (erster Wohnsitz in Bremen / Drehort / thematischer Bezug / branchenbezogene Mittelverwendung: Bremer Team) muss gewährleistet sein, da es das erklärte Ziel des Stipendiums ist, die freie Filmszene des Landes Bremen sowie insbesondere den lokalen Filmnachwuchs effektiv zu stärken, zu unterstützen und innerhalb Bremens und auch darüber hinaus, zu vernetzen. Mindestens 75% der Projektstipendiaten sollen den Bremen-Bezug durch das Kriterium des ersten Wohnsitzes erfüllen. So soll der Abwanderung von Talenten gezielt entgegengewirkt werden.

Das Projektstipendium soll gerade dem filmischen Nachwuchs ermöglichen, sich künstlerisch und technisch weiterzuentwickeln und professionelle filmische Referenzen zu erarbeiten; es stellt somit ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Segment Microförderung des Filmbüros (Mittel des Senators für Kultur) und dem Förderprogramm der nordmedia dar und fungiert als eine Schnittstelle zwischen den beiden Förderungen.

Das Filmbüro Bremen ist für die Umsetzung des Programms zuständig, die Gelder werden von nordmedia zur Verfügung gestellt. Die gemeinsam bestimmte unabhängige Fachjury tagt jeweils im Mai.

filmstart12 flyer ANSICHT 2
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Bewerbung bis 12.03.2026

Jeder Antrag soll in einer PDF zusammengefasst folgende Elemente enthalten:

  1. Antragsformular hier als PDF

  2. Projektskizze (gesamt < 15.000 Zeichen) bestehend aus: Kurzsynopsis, Projektbeschreibung, Persönliches Statement, detaillierter Kosten- und Finanzierungsplan (hier gibt es die Honorarempfehlungen des Filmbüros 2024 ).

  3. ggf Drehbuch,

  4. Umsetzungs- und Zeitplan,

  5. Bio-/Filmografie, sowie ggf. Link zu einer visuellen Arbeitsprobe (max. 10 Minuten)

Antragsberatung

Zoom Info-Gespräche mittwochs 12:00 - 13:00 - ohne Anmeldung

https://us02web.zoom.us/
Meeting-ID: 839 2629 3483
Kenncode: 601479

Konkrete Einzelberatung

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Filmbüro Bremen - Saskia Wegelein
Mail: (Email-Adresse)
Telefon: 0421-7084891
Mo-Do zwischen 11 und 14h

Filmstart ist ein gemeinsames Förderinstrument von nordmedia und Filmbüro Bremen.

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