Leben (AT) Dokumentarfilm von Annette Ortlieb

Dokumentarfilm in Entwicklung

stacheldraht
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ludwig im MHM
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tair vor bunker
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ludwig und tair
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Zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, entscheiden mit 19 Jahren, dass sie nicht töten wollen. Beide setzen sich leidenschaftlich für eine Veränderung der bestehenden Verhältnisse in ihrem Land ein. Ludwig Baumann, 95 Jahre, Deserteur der Wehrmacht. Tair Kaminer, 20 Jahre, Verweigerin der israelischen Verteidigungsarmee. Im Januar 2017 begegnen sie sich in Bremen. Es geht um Visionen, um ein Vermächtnis und um die Gnade, Verantwortung zu übernehmen.

Ludwig Baumann desertiert im Zweiten Weltkrieg und wird zum Tode verurteilt. Er überlebt Folter, KZ, Einsatz an der Ostfront. Jahrzehntelang wird er nach dem Krieg als Vaterlandsverräter verunglimpft. Keines der 30.000 Todesurteile der Wehrmachtsjustiz wird aufgehoben. Seit den 90er Jahren kämpft Ludwig Baumann für die Rehabilitierung der immer noch Verurteilten. „Ein Deserteur jagt die Politik“ (Die Zeit). Das verändert die Bundesrepublik. Über 60 Jahre nach Kriegsende werden die letzten Wehrmachtsurteile aufgehoben.
Seit den 70er Jahren ist Ludwig Baumann unterwegs, hält Vorträge, tritt als Zeitzeuge auf, mahnt, fordert, kämpft.

Tair Kaminer, 20 jährige israelische Aktivistin, verweigert den Militärdienst. Siebenmal wird sie über Wochen inhaftiert, erhält internationale Unterstützung. Sie will nicht in der Besatzungsarmee Dienst machen. „Wir kreieren Generationen voller Hass, auf beiden Seiten, wenn keine friedliche Lösung gefunden wird.“ Sie lernt Arabisch, denn „um Frieden zu machen, brauchen wir eine gemeinsame Sprache.“

Weitere Protagonisten öffnen das Thema.

Jurybegründung Filmstart03 2017:
„Das Projekt beleuchtet das wichtige zeitgeschichtliche wie aktuelle Thema Desertion in Einbezug mehrerer Zeitebenen und ermöglicht durch die Beleuchtung multipler Perspektiven eine universelle, über das Einzelschicksal hinaus gehende Auseinandersetzung mit dem Thema. Durch die Gegenüberstellung zweier Schicksale und Generationen wird ein spannender Kontrast hergestellt, welcher gleichzeitig eine mitreißende Entwicklung der Story ermöglicht.“
Die Filmstart-Jury 2017

Jurybegründung Kulturelle Filmförderung 2017:
"Leben" von Annette Ortlieb ist ein internationales Projekt dessen Brisanz und Aktualität universell und zeitlos sind. Die Frage nach individuellem Pazifismus versus kollektivem Patriotismus in verschiedenen Ländern und Generationen führt schnell zu einem tief menschlichen Gedanken, nämlich dem, dass wir alle unschuldig auf die Welt kommen.
Kriegsdienstverweigerer und Deserteure werden kriminalisiert und stigmatisiert, und dies ist heute nicht anders als vor siebzig Jahren, hier nicht anders als in anderen Ländern.
Gute Recherche und fotografisch ausgereifte Bildsprache des bereits gesammelten Materials haben zusätzlich überzeugt und stellen einen spannenden, gut gemachten Film in Aussicht, dessen Thematik kontrovers diskutiert werden wird.
Die Jury der Kulturellen Filmförderung 2017

Annette Ortlieb
Auf Sylt geboren, Studium Erziehungswissenschaften Universität Münster, hauptberufliche Kultur- und PR-Arbeit in Bremen, seit 2003 freiberufliche Filmemacherin: Dokumentarfilm, Kurzfilm und Fotografie

www.inseltöchter.de

Förderungen für Recherche und Stoffentwicklung:
Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein Filmwerkstatt Kiel 2016
Senator für Kultur Bremen 2016
Filmstart Bremen (Filmbüro Bremen und nordmedia) 2017
Kulturelle Filmförderung Bremen 2017

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