Stärker als die Angst von Ulrike Westermann. Dokumentarfilm Förderpreis, Kulturelle Filmförderung

Solomon Mforbei Fusi war 15 Jahre alt und lebte in Bamenda, Kamerun. Er sollte die ihm zugedachte Rolle in der Familie einnehmen und wollte doch nur frei und unabhängig sein. Im Fahrwerkschacht eines Flugzeuges enden seine Träume von einem besseren Leben, als die Maschine im Landeanflug das Fahrwerk ausklappt, stürzt Solomons Leichnam herab auf einen deutschen Acker.

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So beginnt der erste Teil des Films mit dem letzten Kapitel aus Solomons Geschichte.
Der Junge der vom Himmel fiel, wird in dem kleinen Ort Lauchringen post mortem adoptiert. Er wird feierlich bestattet und erhält einen Grabstein aus Granit, in den Afrika eingraviert und Kamerun gekennzeichnet ist. Immer wieder liegen Blumen auf seinem Grab, der Pfarrer sagt, man habe ihm ein Stück Heimat gegeben. Er denkt aber auch, dass nicht jeder im Ort begeistert gewesen wäre, wäre Solomon lebend zu ihnen gekommen.
Ich nehme Euch als meine Eltern heißt der zweite Teil des Films, die französische Geschichte. Vier Monate vor seinem Tod wurde Solomon auf dem Rollfeld des Pariser Flughafen Charles de Gaulle aufgegriffen und erzählte die unglaubliche Geschichte, er sei im Fahrgestellschacht eines Flugzeuges gereist. Solomons Pflegemutter lobt ihn als einen braven Jungen, der nicht so raubeinig war wie die anderen und der Sozialfürsorger bedauert, dass Solomon eines Tages beschloss, wieder nach Kamerun zurückzukehren. Ein Brief Solomons aus dieser Zeit klingt unversöhnlich und einsam, gegen wen er sich richtete, bleibt sein Geheimnis.
Der verlorene Sohn ist Solomon im dritten Kapitel, bei seiner Familie in Bamenda-Kamerun. Die Menschen, die mit ihm lebten, erzählen mit großer Offenheit seine Geschichte, aber auch ihre Erwartungen, Bewertungen und ihre Moral. Sie entwerfen ein widersprüchliches Bild des Jungen und wir erhalten sehr persönliche Innenansichten einer afrikanischen Familie. Diese lassen ahnen, welcher Druck auf der jungen afrikanischen Generation lastet, die einerseits die soziale Hoffnung und Perspektive der Familien ist und andererseits von einem Leben als freies Individuum nach westlichem Vorbild träumt.
Jugendliche, fast noch Kinder, die ihr Leben riskieren, um der Perspektivlosigkeit in ihren Heimatländern zu entkommen, schimpft man bei uns "Wirtschaftsflüchtling". Der Film verleiht diesem Wort ein Gesicht und eine Geschichte und rückt den Menschen wieder in den Vordergrund.
Förderungen:
Dokumentarfilm Förderpreis Bremen
Kulturelle Filmförderung Bremen
nordmedia Fonds GmbH ins Niedersachsen und Bremen

Aufführungen

Die Kinofassung von "Stärker als die Angst" wurde aufgeführt in:
Bremen
Kiel
Lauchringen
Waldshut
Filmfest Amsterdam
Cinema Nova, Brüssel
Goethe Institut, Accra/Ghana
Dakar
Casablanca
Als "Special Evening View" auf der Ausstellung HELD von Graeme Miller , London
Dokufest Prizren 9/2004
Cork Film Festival 10/2004
Kasseler Dokumentarfilm und Videofest 11/2004
Africa Alive Frankfurt 2/2005
Films de Femmes Créteil 3/2005
Bradford Film Fesatival 3/2005
Black International Cinema Berlin 5/2005
Pärnu Intern. Doku.-und Anthrop. Film Festival 7/2005

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