Diversität in der Förderung des Filmbüros
Anläßlich des Deutschen Diversity-Tages heute, werfen wir einen Blick auf die Vielfalt in und um das Filmbüro.
19.05.2026. Dass und warum das Filmbüro auf eine eine sehr gute Frauenquote stolz sein kann, hatten wir zum Weltfrauentag dargelegt. Nachzulesen hier: www.filmbuero-bremen.de/frauen/
Vier Heimspiel stehen im Mai/Juni 2026 an, keines wie das andere: der Dokumentarfilm über die Verhinderung der Mozarttrasse, ein Portrait des Künstlers Wolfgang Zach, ein deutsch-indischer Horrorfilm und eine Dokumentation über Dialoge zwischen "Feinden".
Schauen wir uns weitere Dimensionen von Vielfalt in der Förderung an.
Zum Beispiel Inklusion.
In der neuen Sparte "Diversity" beim 11. Filmfest Bremen war das Filmbüro mit zwei geförderten Filmen vertreten, deren Geschichten von Darsteller:innen mit und ohne Behinderung gespielt wurden. Der Kurzfilm BAD LUCK aus der Microförderung und der Kino-Langfilm LUISA aus dem Dokumentarfilm Förderpreis bildeten am Festival Donnerstag einen Fokus mit Workshop zu inklusiven Dreharbeiten und Premierengästen.
Es ist wichtig, das inklusive Erzählen aus der Diversity-Nische zu holen. Das gelingt immer mehr. Beide Filme haben nationale und internationale Festivalerfolge erzielt und fördern damit die Aufmerksamkeit für inklusives Drehen und inklusiv erzählte Geschichten. Bei der Tanzfilmwoche von Steptext in der Schwankhalle im Mai 2026 war BAD LUCK mit seiner Geschichte über eine Tanztruppe kurz vor ihrer Premiere einer von 10 Kurzfilmen. LUISA startete im April regulär als Spielfilm in den deutschen Kinos.
Zum Beispiel Filmschaffende mit Migrationshintergrund.
Filmschaffende mit Migrationshintergrund sind nach wie vor unterrepräsentiert in der Sichtbarkeit und in der Förderung. Nicht so beim Filmbüro. Bei Filmstart z.B., dem gemeinsamen Förderinstrument mit nordmedia, waren unter den Anträgen im März 42% von Personen mit eigener Migrationserfahrung. Die Fachjury wählte 5 davon zur Förderung aus, so dass wir mit 71% bei den geförderten Projekten liegen. Da die Jurys beim Filmbüro die volle künstlerische Freiheit für ihre Entscheidungen haben, waren es also diese Projekte, die am überzeugendsten waren.
Wir können gespannt sein auf die Auswanderergeschichte einer Bremerin nach Venezuela und eine internationale Koproduktion im Westjordanland. Unsere internationalen Künstler:innen erzählen aber auch über die Narben, die der Kalte Krieg in Menschen und Natur hinterlassen hat oder lassen ihre Schauspieler:innen die Institution Ehe spielerisch hinterfragen. Das sind keine migrationsspezifischen Themen. Und wenn ein Science Fiction Film philosophische Gesellschaftsfragen stellt – dann profitieren wir einfach von einem kreativen Kopf.
Diese Projekte bereichern unsere Gedanken und erweitern Horizonte.
Das ist es, was Kunst schaffen kann, was Kunst in die gesellschaftlichen Diskussionen einbringen kann und soll: vielfältige Sichtweisen.
In diese Richtung wollen wir weiter gehen.
Was ist also zu tun?
Manche Projekte bekommen beim Filmbüro 18.000€ (Filmstart), andere eine Microförderung von 200€. Es liegt also nicht nur am Geld.
Viel wichtiger – und auch mit kleinem Geld realisierbar – ist, dass die Ideen der Filmschaffenden ernst genommen werden. Dazu gehört eine einladende Ausschreibung und niedrigschwellige Antragsstellung. Das Filmbüro bespricht in den persönlichen Beratungen die möglichen Wege und Perspektiven für die jeweilige Projektideen mit den Filmschaffenden.
Für die Förderentscheidungen laden wir jedes Mal wechselnde Fachjury ein. Es entsteht keine Routine, keine festgefahrenen Konstellationen, kein wie auch immer gearteter "Erfolgsdruck", der künstlerische Entscheidungen einengen würde. Statt dessen setzen wir auf die Spürnase der Jurymitglieder, die in den Anträgen das Besondere finden, diejenigen Projekte erkennen, die etwas Neues zu erzählen haben und vielleicht auch im positiven Sinne irritieren.
Durch das Prinzip der wechselnden Jurys können wir leicht unterschiedliche Sichtweisen, Gewerke, Genres und Personengruppen in die Entscheidung einbinden. Was zählt ist ihre Expertise im Film und eine Offenheit für die Ideen anderer.
Für diese Elemente einer erfolgreichen künstlerischen Filmförderung setzen wir uns auf verschiedenen Ebenen ein. In Bremen und auf Bundesebene.
Unterstützen Sie uns dabei!
Das Filmbüro ist ein gemeinnütziger Verein und darf Spenden für die Filmförderung entgegennehmen.
Wo gibt es die Filme denn zu sehen?
Wo kann ich eigentlich diese geförderten und angeblich ungewöhnlichen und inspirierenden Filme sehen?
Tja, da wird es leider schon schwieriger. Das Fernsehen, egal ob linear oder Mediathek, ist hier nach wie vor sehr verschlossen. Künstlerische Filme, wie z.B. aus der Förderung des Filmbüros haben Festivals als wichtigstes Ziel. Hier erreichen sie ein oft auch internationales cinephiles Publikum, knüpfen Kontakte und gewinnen Preise. Es gibt aber immer mehr Plattformen, wo Filme danach als Video on Demand gestreamt werden.
Hier folgt eine unvollständige Auswahl.
Filmbüro testet Vimeo VoD
2026. Das Filmbüro erhält immer wieder Anfragen, wo der eine oder andere geförderte Film zu sehen sei. Wir haben natürlich ein Interesse daran, die Filme sichtbar zu machen und die Filmschaffenden dabei zu unterstützen. Um die geförderten Filme für alle Interessierten sichtbar zu machen und gleichzeitig den Filmschaffenden beim Eigenvertrieb zu helfen hat das Filmbüro Bremen seinen vimeo-account um Video-on-Demand erweitert. Der vimeo-Kanal ist noch im Aufbau, Interessierte sind willkommen!
Der erste Film zum VoD ist Die Liebe zum Leben.
Streaming - Auswahl
Ausserdem gibt es eine Reihe von Plattformen, die unterschiedliche kuratierte Programm anbieten.
Hier eine Liste (Auswahl)







