25.Videokunst Förderpreis

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Zum 25. Mal hat das Filmbüro Bremen den Videokunst Förderpreis Bremen vergeben. Mit dem Preis werden Konzepte ausgezeichnet, die mit Hilfe des Preisgeldes verwirklicht und dann im Rahmen einer Ausstellung in Bremen präsentiert werden. 2018 findet die Ausstellung in der GAK - Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen statt.

Die dreiköpfige unabhängige Fachjury bestand in diesem Jahr aus Thomas Kutschker (Filmemacher), Christine Rüffert (Kunst- und Filmwissenschaftlerin) und Lukas Zerbst (Künstler). Um die Förderwürdigkeit der Vorhaben zu beurteilen, hat die Jury die Einreichungen auf ihre künstlerische Qualität, die gesellschaftliche Bedeutung der Thematik und ihre praktisch-technische Realisierbarkeit hin diskutiert.

Aufgrund der extrem großen Bandbreite formaler und inhaltlicher Ansätze entschied sich die Jury nach ausführlicher, auf hohem Niveau geführter Diskussion dazu, die beiden ausgelobten Preise gleich an drei Projekte zu vergeben, die sich auf formal unterschiedliche Weise kritisch gegenüber unserem herrschenden Wirtschaftssystem positionieren. Zwar reduziert sich dadurch das Preisgeld für die einzelnen KünstlerInnen, andererseits bekommen so gleich drei Nachwuchstalente die Chance, mit der Ausstellung zum 25. Videokunst Förderpreis auf sich aufmerksam zu machen. Die Jury hat sich bewusst dafür entschieden, formal sehr gegensätzliche, mutige und junge Projekte zu unterstützen, deren Richtung noch nicht ganz abzusehen ist.

Nach ausführlicher zweitägiger Diskussion der vorgeschlagenen 190 gültigen Einreichungen hat die Jury einstimmig entschieden, folgende drei Projekte mit dem 25. Videokunst Förderpreis auszuzeichnen:

Julia Weißenberg: Dazzling Hybrids

(Preisgeld 2.500 Euro)
In der südchinesischen Provinz Guangdong – unweit von Hongkong – liegen drei Orte, anhand derer die Künstlerin die Facetten ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Original und Kopie zusammenfasst. Anhand der Städte Shenzhen, Dafen und Hallstatt wird das Thema im Hinblick auf drei Bereiche filmisch verdichtet: den Waren- und den Kunstmarkt, sowie die Architektur als Gegenstand der Vergnügungs- bzw. Konsumkultur.

Jurybegründung
„Mit ihrem Projektvorschlag fokussiert Julia Weißenberg das Thema Original und Fälschung und verdichtet es anhand von drei Themenbereichen. Hervorzuheben ist die Breite, mit der das Thema angelegt ist: die Befragung von Waren- und Kunstmarkt ebenso wie von Architektur. Überzeugend ist der Ansatz, westliche und östliche Wertesysteme und die kulturell unterschiedliche Bewertung von Kopien herauszuarbeiten. Die Verdichtung des
Videomaterials liefert einen Beitrag zum Verständnis von Themen, die im Zuge der Globalisierung von gesamtgesellschaftlichem Interesse sind. Die vorausgehende intensive Recherche von Julia Weißenberg während mehrerer Aufenthalte in China sowie ihre konkreten Bildideen und Umsetzungsformen versprechen eine spannende Single-Channel Arbeit.“

Stefanie Schroeder: 40h max. 2 Monate (AT)

(Preisgeld 2.500 Euro)
Um die Entwicklung meiner hauptberuflichen Selbständigkeit zu beschleunigen, wurde ich zur Teilnahme an der Maßnahme „Unternehmensoptimierung: Bedarfs- und situationsorientierte Kenntnisvermittlung für erwerbsfähige, leistungsberechtigte Selbständige“ der IQ-Unternehmensberatung angehalten. Eine in diesem Rahmen ermittelte Entwicklungsprognose bestimmt über den Erhalt oder die Aufgabe meiner Selbständigkeit. Meine Anfrage, den Prozess filmisch zu dokumentieren, wurde abgelehnt. Aus Gesprächsmitschnitten, Hand-Outs, Korrespondenzen möchte ich das Script für eine filmische Installation zwischen Powerpoint-Präsentation und Videoessay erstellen: Was bedeutet Optimierung? Welche Sprache wird benutzt? Wie werden mein Tun und ich darin beschrieben, eingepasst und gegebenenfalls verformt?

Jurybegründung
„Stefanie Schroeder nimmt eine vom Arbeitsamt aufgezwungene Maßnahme zur Optimierung ihrer Selbständigkeit zum Anlass für ihr Projekt, mit dem sie spätkapitalistische Anpassungszwänge aufdeckt und hinterfragt. Dabei bedient sie sich verschiedener Strategien, um die ihr verweigerte Dokumentation der Maßnahme zu überschreiben und zu konterkarieren. Sie hinterfragt die Bedeutung von Optimierung ebenso wie die Erstellung von Zukunftsprognosen. Ausgehend von individueller Erfahrung nimmt sie gesamtgesellschaftliche Fragestellungen in den Blick, darunter auch deren genderspezifische Ausprägungen. Der Künstlerin, die am Anfang ihres beruflichen Werdegangs steht, gelingt es, eine krisenhafte Situation ihrer Karriere aktiv zu verarbeiten und in der ironischen Brechung umzudeuten.“

Patrik Thomas, Konstanze Spät, Esther Adam, Jonas Müller-Ahlheim u.a.: Libido Consumandi Die Hölle der Kunst? (AT)

(Preisgeld 1.500 Euro)
Wir schreiben das Jahr 2037. Die Welt hat sich technologisch rasant weiterentwickelt, der totale Kapitalismus ist am Drücker, während der ethisch kulturelle Teil weiter in Richtung Entertainment-Hölle abgerutscht ist. Die Gleichschaltung der Menschheit, die Virtualität sowie die komplette technologisch-kommunikative Abhängigkeit aller hat die Kunstproduktion zu einem Zirkus der Reichen verkommen lassen. Als intellektuelles Spielzeug der Macht schafft eine in Abhängigkeit gehaltene pervertierte Gruppe von Künstlern auf Befehl fortwährend Attraktionen für die Geldelite. Diese lebt abgekapselt auf einer schwimmenden Plattform im Ozean und regelt von dort aus die Weltgeschäfte. Die Arbeit ist als synchronisierter 3-Kanal Loop angelegt und wird mit VR-Brillen fragmentarisch ergänzt.

Jurybegründung
„Libido Consumandi ist eine anarchische Science Fiction Performance, die uns auf überraschende und unterhaltsame Art die Schieflage der Gegenwart vor Augen führt. Die zwischen Bremen und München agierende KünstlerInnengruppe um Patrik Thomas, Konstanze Spät, Esther Adam und Jonas Müller-Ahlheim entwirft die Vision einer hyperkapitalistischen Kultur. Gleichzeitig verhandeln die KünstlerInnen relevante politischökonomische Themen, die eine radikale Antwort erfahren. Ihr impulsiver und prozessorientierter Ansatz hat die Jury überzeugt und lässt eine multimediale Ekstase zwischen linearem Film, Virtual Reality und Videoinstallation erwarten.“

Der Videokunst Förderpreis Bremen ist ein Preis des Filmbüro Bremen e.V. und wird ermöglicht durch Mittel des Senator für Kultur Bremen. Er wird in Kooperation mit dem Künstlerinnenverband Bremen vergeben.

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Kontakt // Contact
25th Bremen Award for Video Art
Filmbuero Bremen e.V., Hinter der Holzpforte 1, D - 28195 Bremen
(Email-Adresse).

Der VKP ist ein Preis des Filmbüro Bremen. // The VKP is an award by the Filmbüro Bremen.
Mit Unterstützung von // Supported by: Senator für Kultur Bremen
In Kooperation mit // In cooperation with: Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK

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