Preisträger

Alle Preisträger des Dokumentarfilm Förderpreises im Überblick.

2016
Magazin A: Die Ruinen von B
von Philip Widmann (Berlin)
Eine filmische Recherche zum ersten libanesischen Tonfilm, zur Erforschung antiker Stätten im Orient durch das Deutsche Reich und zu aktueller archäologischer Arbeit nahe der syrischen Grenze öffnet den Blick auf grundlegende Fragen von Identität, Bedeutung und Wert.

2016
Paulas Vermächtnis
Tim R. Gloystein (Bremen)
Im Sommer des Jahres 1921 verschwinden an der Bahnlinie des Moorexpress zwischen Bremen und Worpswede fünf Mädchen. Sie sind zwischen 12 und 15 Jahre alt und haben eines gemeinsam: alle heißen Paula ...

2016
Gemeinsam Sein
Sabrina Dittus (Berlin)
„All unsere Spaltungen können nicht verhindern, dass wir gemeinsam sind, wir alle.“, schreibt Jean-Luc Nancy in „Die herausgeforderte Gemeinschaft“ (2007). Der geplante Filmessay sucht, dokumentiert und kommentiert unterschiedliche und neue Formen gemeinsamen Seins.

2016
Under the Milkyway
Bernd Schoch (Hamburg)
Das Dokumentarfilmprojekt erzählt von Pilzsammlern, die jährlich in den südlichen Karpaten Rumäniens für einige Monate in provisorischen Zeltlagern an den Waldrändern nahe der Transalpina leben und dort nach Pilzen und Beeren suchen.

2014
Irre abhängig
von Sobo Swobodnik und Eckhard Geitz
Die beiden Regisseure überzeugten die Jury mit ihrem filmischen Vorhaben einstimmig. Der besondere Zugang zur Forensischen Psychiatrie, in der sie für mehrere Wochen leben werden, um sich im Cinema Direct Stil konzentriert ihren Protagonisten und den Vorgängen in der Klinik anzunähern, kann einen immensen Sog entwickeln und menschlichen Verhaltensweisen innerhalb von Institutionen,wie der Forensik mikroskopisch nahe kommen. Die Genauigkeit und Klarheit, mit der das Vorhaben beschrieben wurde und der Wunsch auf eine menschliche, aber auch auf eine stark formal künstlerische Art, die Institution Forensik für das Kino zu öffnen, lässt auf einen Film hoffen, der einen ungewöhnlichen Blick in das Leben eines Maßregelvollzuges geben kann.
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2014
Myanmarkt
von Eva Knopf.
Die Jury sieht in der Idee großes Potential für einen spannenden und erhellenden Film über zentrale ökonomische Abläufe unserer Zeit. Die Gunst des Narrativs liegt dabei im Zusammentreffen zweier höchst disparater "Märkte", deren Teilnehmer noch lernen müssen, ihre "Waren-Bedürfnisse" aufeinander abzustimmen. Die gesellschaftliche Öffnung von Myanmar zieht Verkaufsagenten und Investoren internationaler Multis an, die den neuen Markt zu bedienen suchen und dabei eine Gesellschaft verändern: Goldgräberstimmung liegt in der Luft.
Im Film von Eva Knopf könnten wir erleben, wie all das geschieht und erhoffen uns, Zeuge einer höchst aktuellen Globalisierungsgeschichte zu werden.
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2014
Die Narbe
der Bremer Filmemacherin Stefanie Rieke
Auf einem deutschen Soldatenfriedhof im Elsass, hier wo wir Deutschen jahrelang „die Boches“ waren, versucht Bernard Klein den Besuchern zu vermitteln, was damals geschehen ist. Versöhnung über den Gräbern, Arbeit für den Frieden, so lautet das Leitmotiv der angrenzenden Jugendbegegnungsstätte, die er leitet. „Super – Grabsteine putzen und Geschichtsunterricht - uff“, denken die meisten Jugendlichen, die hier ankommen. Aber Bernard Klein schafft es, die Namen auf den Grabsteinen zum Leben zu erwecken. Er kennt die Geschichten der Toten und er weiß sie zu erzählen. „Oh, wie toll. Noch ein Film über Vergangenheitsbewältigung - würg“, denken wir. Aber Stefanie Rieke gelingt es ein Szenario zu entwerfen, das nicht bei der Verarbeitung von Vergangenem stehen bleibt. Die Wahl ihrer filmischen Mittel lässt einen Film erwarten, der ein modernes Bild der Beziehung zwischen Franzosen und Deutschen zeichnet. Ein Film der zeigt, wie man Verantwortung übernimmt, für etwas, an dem man keine Schuld trägt. Und vielleicht ein Film, der zeigt, wie Europa doch noch funktionieren kann.
Die Narbe - ein aktuelles Bild der ewig deutschen Wunde.
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2014
Gretas Geburt
von Katja Baumgarten
Ein Kind ist bei seiner Geburt gestorben, seine Geburtshelferin steht seit August 2012 wegen Totschlags vor Gericht - ein ungewöhnlich schwerer Anklagevorwurf.
In der akribischen Arbeit des Gerichts, die Ursache für den Tod des Mädchens zu ergründen und der Angeklagten ihre mögliche Schuld nachzuweisen, zeigen sich Grenzen, ein über fünf Jahre zurückliegendes Ereignis zu rekonstruieren: Erinnerungen werden brüchig, Medizinische wie gesellschaftliche Fragen und Widersprüche werden deutlich, unterschiedliche Lebenskonzepte prallen aufeinander.
Das mit Spannung erwartete Urteil wird große Auswirkungen haben.
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2014
Der Prinz von Kowel
von Piotr Rosolowski und Elwira Niewiera
Die Jury sieht in diesem Projekt das Potential zu einem opulenten Film mit europäischer Ausstrahlung. Die filmische Ermittlung und Spurensuche der polnischen Filmemacher nach einer fast vergessenen, charismatischen Persönlichkeit des europäischen Films gibt sich von attraktiver Vielschichtigkeit. Erzählerisch changiert das Projekt zwischen bitter-melancholischer Schelmenstory und den mörderischen Geschichte-Arsenalen des Holocaust. Wenn man so will, hat die Erzählung des aus den Erinnerungen verschwundenen (gefallenen?) polnischen Regisseurs Michal Waszynski auch Züge von (Chamissos) Schlemihl, dem die Autoren mit ihrem Film seinen "Schatten" wieder beschaffen könnten.
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2014
Milano Pizza
von Ines Maria Müller
Ines Maria Müllers Porträt einer ostdeutschen Provinzstadt benutzt den bevorstehenden Motorrad Grand Prix als Kulisse, um durch ihre liebenswert schrägen Protagonisten, allesamt Pizzaboten, ihre Liebe zu ihrer Heimatstadt durch deren Herz zu verstehen. Die Jury sieht in Müllers Projekt die Chance auf einen sensibel erzählten Heimatfilm, der sich für die Verlierer der deutschen Geschichte interessiert, die durch den Film eine Stimme bekommen. Durch ihren ungewöhnlichen Blick aufs Leben hinterfragen sie politische Entscheidungen auf humorvolle Weise ganz nebenbei.
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2012
Szenario
von Philip Widmann und Karsten Krause
AT bei Antragsstellung: "Attaché Attaché"
Ausgangspunkt ist ein gefundener Koffer voller Tagebuchaufzeichnungen, Quittungen und Schwarzweißfotos, die lückenlos die viermonatige Beziehung eines kleinbürgerlichen Geschäftsmannes zu seiner Geliebten dokumentieren. Die beiden Filmemacher arbeiten an einer filmischen Umsetzung, die auch ein Bild der bundesrepublikanischen Wirklichkeit Anfang der siebziger Jahre spiegeln wird.
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2012
Ein Geschenk des Himmels
von Susanne Schüle und Elena Levina
Ein poetisches Roadmovie über das Abwurfgebiet für russischen Weltraumschrott im sibirischen Altai. Wie lebt es sich, wenn einem auf diese Weise der Himmel ständig auf den Kopf fällt?
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2012
Somos Cuba
von Annett Ilijew
AT bei Antragsstellung: "Das famose Lumpenproletariat von Karl Marx" von Annett Schütze
Die Regisseurin hat die Jury mit ihrem sehr ungewöhnlichen Schritt überzeugt, ihre Kamera einem kubanischen Arbeiter anzuvertrauen, der mit Hilfe dieser ein so ungeschöntes wie schonungsloses Bild eines verleugneten Milieus zeichnet.
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2012
Die Geister, die mich riefen
von Diana Näcke
Eine märchenhafte Reise zwischen Neukölln und dem türkischen Edirne, in der sich ein außergewöhnlicher Protagonist auf die Spuren des Geisterglaubens begibt.
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2012
Globo
von Jan van Hasselt
Im Mikrokosmos des traditionellen Straßenhandels in Brasilien wird der politische und ökonomische Wandel des Landes erzählt, das sich auf die WM 2014 und die Olympiade 2016 vorbereiten will. Immer wieder passieren dieselben Fehler.
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2010
9xBremen
von Jenny Kropp und René Arnold, Berlin.
Das Märchen der vier Bremer Stadtmusikanten steht als reizvolle Parabel für den Aufbruch von Bremer Auswanderern in die USA, auf der Suche nach einer neuen Heimat. 9 verschiedene Bremens gibt es auf der US-amerikanischen Landkarte, gegründet von den Bremern, die ihre alte Heimat damals verlassen haben. Die Filmemacher begeben sich auf die Reise; was ist aus den neuen Heimatorten von damals geworden, welchen Bezug gibt es noch zu Deutschland, wohin wandern die neuen, amerikanschen Bremer aus?
Durch die geschickte Verknüpfung von Märchen, Geographie und historischer Recherche ensteht eine klar vorgegebenes Konzept, das dem entstehenden Film einen ausserordentlichen Freiraum lässt für assoziative Vorgehensweisen bei der Untersuchung des heutigen Heimatbegriffes.
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2010
Alleine Tanzen
von Birnur Pilavci, Berlin.
Eine sehr persönliche Reise in die eigene familiäre und dramatische Vergangenheit. Inwieweit ist inneres Überleben möglich, wie bewältigt man eine traumatische Kindheit, wie lebt man heute, wenn Famile einst Gewalt bedeutet hat? Mit großem Mut begegnet die junge Filmemacherin ihrer Vergangenheit mit den Mitteln des Dokumentarfilmes.
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2010
Undercover
von Knud Vetten und der DeFactoMedienagentur, Leipzig.
Seit vielen Jahren kämpft die Tierschutzorganisation Vier Pfoten mit ihrem Undercover Agenten Marcus Müller gegen die brutale Methode des Gänsestopfens in Ungarn. Eine Industrie im grossen Stil lebt vom Export der gequälten Kreatur nach Deutschland und Frankreich. Ein Film, der jetzt an die Öffentlichkeit muss! Das formale Konzept, die Entschlossenheit und der Mut des Filmemachers haben die Jury überzeugt.
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2010
Wir brauchen BASS
von Sophie Rosa Schwerdt und Elmar Szücs.
Aufstieg, Fall und Comeback des nordeutschen Musikers DAS BO. Der Filmemacher begleitet den Künstler sehr direkt, authentisch und mit viel Humor, ganz so wie es sein voriger Film (Wir sind schon mittendrin) bereits bewiesen hat. Diese Projekt ist für uns die Referenz für das entstehende. Wir freuen uns auf eine unterhaltsame begegnung mit einem spannendem Künstler, die vor allem ein junges Publikum begeistern wird.
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2008
Lila Eule - for jazzin' babies only
von Hagen Klaile, Bremen
Die Lila Eule ist vermutlich der älteste deutsche Musik Klub seiner Art: 2009 feiert sie ihr 50. Jubiläum. Ein Stück Kulturgeschichte nicht nur der Stadt Bremen.

2008
Non Stop
von Michael Geier, Berlin.
Beziehungsanbahnung. Eine Sarging-Tour durch Deutschland. Verführungskunst und Anmache im angehenden 21. Jahrhundert.
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2008
Das Supermuseum. Sackgasse zur Unsterblichkeit
von Grigori Koslow, Köln.
Napoleon, Hitler und Stalin – alle drei Diktatoren träumten von einem gigantischen Museum, der größten Kunstsammlung aller Zeiten und einem Denkmal ihrer selbst. Die Beutekunst wird ein Thema sein und die neue Form des Bildersammelns und ihre Verwertung durch Bill Gates.
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2008
Tigerentenblues - ein abenteuerlicher Film mit Janosch
von Krishna Saraswati, Christoph Stampler und Kai Yang, Ludwigsburg.
„Alles im Film muss gelogen sein und trotzdem die Wahrheit erzählen. Am ersten Drehtag müssen alle schweigen. Keiner im Team darf sich mehr rasieren, bis der Film fertig ist. Eine der drei Kameras bekommt Janosch, er kann damit filmen, was er will. Unsere Filmmusik kann Tote zum Leben erwecken.“
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2006
Die Besonderheit der Dinge
von Lucie Tempier
Qualitätskontrolle, Übersortierung, Kommissionierung, Konfektionierung:
In einer Bremer Firma prüfen Mitarbeiter aus aller Herren Länder, ob Brotbretter flach genug, Küchenuhren pünktlich und Holzweihnachtsmänner schimmelfrei sind. Deutsche Qualität. Man spricht französisch, arabisch, bulgarisch. Ein Mikrokosmos.
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2006
Nachrichten aus dem schwarzen Loch oder My Private Kosovo
von Friederike Anders
„In einem spekulativ überhöhten Reisetagebuch möchte ich davon berichten, wie ich als informelle Mitarbeiterin des Ministeriums für verlorene Nachrichten durch die Schluchten des Balkans reise, um dort das berüchtigte Schwarze Loch zu suchen, in dem Ordnung, Gesetze, Geld und vor allem Informationen verschwinden. Medienberichten zufolge soll sich dieses Schwarze Loch im Westbalkan befinden.“
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2006
Hacker zwischen Utopie und Terrorismus. Generationsportät einer Gegenkultur
von Alexander Biedermann
Auf der Suche nach dem Mythos Hacker: Unsichtbar und lautlos dringen sie ein. Ihr Ziel: Systeme und Netzwerke zu finden, zu identifizieren und zu zerstören. Internetwürmer wie „W32. Blaster“, „I love you“ oder „Sasser“ ziehen Jahr für Jahr immer gewaltigere wirtschaftliche Schäden nach sich. Verantwortlich für die wachsende Bedrohung unserer Informationskanäle werden so genannte „Hacker“ gemacht. Doch was, oder besser wer, steckt wirklich hinter dem Begriff „Hacker“? Mal ist er „Datenterrorist“ oder skrupelloser „Internetpirat“, mal ein mehr oder minder harmloser Garagenbastler, doch immer ist er ein subversiver Außenseiter, dem die Gesellschaft nachstellt. Der Film erzählt vom grundlegenden Wandel dieser Subkultur und berichtet auch vom erbitterten Kampf um den scheinbar kostbarsten Schatz unserer Zeit: Information.
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2006
Keine normale Frau
von Susanne Hensdiek
Scheidenkrampf. Eine Krankheit, die selbst in heutiger Zeit tabuisiert wird.
„Wenn ein Scheidenkrampf Mann und Frau untrennbar aneinander hängt, freuen sich die Sanitäter. Ein Zivildienstleistender erzählt: ‚Die Absicht ist es, die beiden auf der Tragbahre und mit möglichst viel Lärm, damit es alle Nachbarn mitkriegen, durchs Treppenhaus abzuschleppen. Im Rettungswagen kriegt sie dann die krampflösende Injektion, und sie können wieder hochgehen. Unsere Decken nehmen wir allerdings wieder mit.’“
Diese Geschichte ist das, was die meisten Menschen mit Vaginismus verbinden –vorausgesetzt, sie gehören zu den wenigen, die das Wort schon einmal gehört haben. Allerdings ist sie nur erfunden. Den Sanitäter gibt es nicht. Vaginismus hingegen schon, und zwar wesentlich öfter, als zu vermuten wäre ...
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2005
Die Revolution der Schnecke
von Ulrike Westermann
Slow Food ist nicht nur das Gegenteil von Fast Food, sondern eine politische Haltung, eine Philosophie und eine weltweite Bewegung von fröhlichen Genießern.
"Die Filmemacherin greift ein spannendes und aktuelles Thema auf. Sie errät in ihrem Konzept die zukünftigen Fragen der Zuschauer und geht auch auf die Gegenargumente ein.

Mein Bruder und ich
von Jörg Streese
Dokumentarfilm über einen 13-jährigen Jungen, für den das Spiel mit und vor der Kamera als Weg zu einer Selbstfindung werden soll.
"Die Projektidee ist neu und ungewöhnlich und das Thema ist von gesellschaftlicher Relevanz. Der Filmemacher nimmt sich eine Extremsituation vor und entwickelt ein ergebnisoffenes Filmkozept, das ein sensibles Portrait erwarten läßt."

2004
Umwege erhöhen die Ortskenntnis
von Christina Vogelsang und Daniela Abke.
Hauptdarsteller ist der öffentliche Raum, der der Öffentlichkeit enteignet, allein fürs Arbeiten und Einkaufen funktionalisiert wurde, und so den Alltag der Stadtbewohner strukturiert. Das Filmemacherinnenduo sucht nach persönlichen Signaturen als Ausdrucksformen, mit denen die Stadt als sozialer Interaktions-, Kommunikations- und Verwirklichungsraum wieder ins Bewusstsein gebracht werden könnte – als Archiv der Bedürfnisse, Ängste und Sehnsüchte. Diesem brisant ak-tuellen Konzept haben wir den 1. Preis zugesprochen: 8.000 Euro Recherchegelder. Konkret, theoretisch, praktisch, spontan, so stellen wir uns vor, werden Vogelsang/Abke ihre Absicht umsetzen, „Bewegungen von Körpern und Kunst im Raum zu folgen, ihren Blick aufzunehmen und das vermeintlich bekannte urbane Feld neu zu entdecken“. Kontakte bestehen bereits zu Sprayern in Berlin, zu Pariser Akrobaten, die sich fliegenden Schritts ihre eigenen Wege durch die Metropole bahnen, sowie zur Swoon Group, welche mit fragilen Papierarbeiten, Stickern und Bildern gegen den steinernen Moloch New York argumentiert. weiter lesen

Tsüldrim alias Heiko
von Claudio Pfeifer
4.000 Euro und damit den 2. Preis erkannten wir einer weiteren Suche nach Utopien und alternativen Lebensentwürfen zu. Der Bremer Filmkunststudent möchte sie mit „Tsüldrim alias Heiko“ unternehmen und mit einfachsten Dokumentarfilmmitteln seinem Cousin ins buddhistische Kloster folgen. Er soll diese Glau-bensgemeinschaft und ihren Arbeitsalltag erklären, verständlich machen – und kritisch hinterfragen, warum jemand ein solches Leben der westlichen Zivilisation vorzieht. Wie reagiert jemand nach dreijähriger Abgeschiedenheit im Kloster auf die Außenwelt, wenn er sich neu mit ihr konfrontiert?
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Für den Ernstfall
von Knut Karger
Der mit 3.000 Euro dotierte 3. Preis geht an ein Projekt, das nicht von einem Bremer Filmemacher, sondern vom Münchner Filmstudenten Knut Karger eingereicht wurde. Ein Zeichen, dass sich der Bremer Dokumentarfilm Förderpreis in Zukunft über die Grenzen der Hansestadt hinaus öffnen will. Überregionale Kooperation ist angesagt und nützlich für beide Seiten. In Kargers Film-Essay „Für den Ernstfall“ sollen die verborgenen Manifeste des Kalten Krieges ins Bild gerückt werden: Atombunker in Bremen, Bonn, Berlin. Auf der verbalen Ebene will der Autor/Regisseur eine Gedankenreise unternehmen. Zielstrebig, ausschweifend, flanierend, pointiert soll räsoniert werden über kollektive Ängste, Illusionen der Sicherheit, Bunkersymbolik einst und jetzt sowie die Hybris nuklearer Abschreckung im Spiegel der Spieltheorie des John von Neumann.
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2003
Kennedy und Castro – Eine tödliche Affäre
von Wilfried Huismann
In diesem dokumentarischen Politkrimi folgt Wilfried Huismann, 40 Jahre nach dem Mord An John F. Kennedy, neuen Spuren und Erkenntnissen, die nach Mexico und Kuba führen. Mit dem Preis soll eine unabhängige Recherche unterstützt werden.
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All My Beautiful Girlfriends
von Tilmann Warnke
In diesem autobiografischen Dokumentarfilm von Tilmann Warnke und Georg Piller begegnet ein junger Mann seinen ehemaligen Freundinnen, um sich der Frage zu stellen, warum sie ihn alle verlassen haben.
Die Jury unterstützt die Realisation eines mutigen, frischen und ehrlichen Film über das Lebensgefühl der Generation um die 30, in dem das immer währende Spannungsverhältnis zwischen Frau und Mann neu erzählt wird. weiter lesen

Zahnrad der Zeit
von Stjepan Klein
Ein dokumentarischer Blick von Stjepan Klein auf die Veränderung eines Lebensgefühls am Beispiel der 10jährigen Geschichte der Bremer Fahrradkuriere.
Mit dem Preisgeld soll ein Produzenten- und Sendervorlagefähiges Treatment erarbeitet werden.

2002
Strange again - Synthiepop in Thüringen
von Markus Wustmann
Ein Film über seltsame Menschen, die bis zur Selbstaufgabe Fan sind und daraus künstlerische Kraft schöpfen. Ein Film, der in der Offensichtlichkeit startet, Belustigung anzubieten scheint und dich dann mit einer handfesten Depression entlässt ... wäre der nicht ... auf jeden Fall so, wie er sein sollte? Die Zutaten einer Bildsprache, die wie ein nasser Sack auf allem liegt, was mit Depeche Mode auch nur am Rande zu tun hat. Und natürlich die Protagonisten. Meist unscharf, wenn sie im Vordergrund stehen wollen."
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Wir wollten die Welt verändern
von Wilhelm Rösing
Günter Amendt (Sexualforscher) und Oskar Negt (Soziologe), F. K. Waechter (Zeichner, Kinderbuchautor, Regisseur) und F. W. Bernstein (Professor für Karikatur und Bildgeschichten), Daniel Cohn-Bendit und Joschka Fischer (Politiker), K.D. Wolff (Verleger) und sein Bruder Frank Wolff (Cellist): welche 'Tradition' der gemeinsamen 68er-Bewegung setzten sie in ihrem Leben fort?
Für die großen Sendeanstalten, so die Jury, sei das wahrscheinlich erst 2018 wieder ein Thema, zum fünfzigsten.
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2001
Some like it cool - Wer war Billy Tipton?
von Monika von Behr
Die Geschichte des Jazzmusikers Billy Tipton, einer Frau, die, aus Liebe zum Jazz, ein Mann sein musste oder wollte. Über 50 Jahre blieb Tiptons wahre Identität offensichtlich selbst von engsten Freunden unentdeckt.

Wer war Mforbei Solomon Fusi?
von Ulrike Westermann
Ein schwarzer Junge liegt tot in einem Kohlfeld in der Anflugschneise von Zürich-Kloten. Die Rekonstruktion der Ereignisse fördert Träume von einem Leben in Wohlstand, sowie afrikanische und europäische Realitäten zutage.
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1999 und 2000 kein Dokumentarfilm-Förderpreis

1998
Lieber Fidel - Maritas Geschichte
von Wilfried Huismann
Erzählt wird die Geschichte der Marita Lorenz, einer Bremer Kapitänstochter, die 1959 nach Kuba reist und dort zur Mitarbeiterin und Geliebten Fidel Castros wird. Aus enttäuschter Liebe läßt sie sich einige Monate später von der CIA anheuern und bekommt den Auftrag, Castro zu vergiften. Ihre Liebe zu dem Revolutionsführer ist indes stärker und so beginnt für Marita ein waghalsiges Spiel im unerklärten Krieg zwischen den USA und Kuba. weiter lesen

1997
Charlotto, Paul und ich
von René Beder
Zwei Jungs und ein Mädchen, vielleicht zehn, zwölf Jahr alt. Sie wohnen im Leipziger Osten und im Vorort Borna, nicht gerade ideale Schauplätze für eine Kindheit als „schönste Zeit im Leben“. Es gibt ein Kraftwerk, ein Fußballfeld, einen Opa, drei Mütter „auf der Suche nach Geld und nach Männern“, und das Fernsehgucken nach der Schule. Doch das ist nicht alles

1996
Die Sieben aus Breda
von Jörg Senkpeil
Die Geschichte von sieben holländischen Kriegsverbrechern, die Weihnachten 1952 gemeinsam aus dem Gefängnis in Breda ausgebrochen und nach West-Deutschland geflohen waren. Hier beantragten sie politisches Asyl und erhielten später auf Grund eines damals noch bestehenden „Führererlasses“ Adolf Hitlers die deutsche Staatsbürgerschaft. Bis heute wurden sie nicht zur Verantwortung gezogen.

1995
Die Kinder von Bulldoggs-Bank
von Beatrix Schwehm
Die Lebens- und Beziehungsgeschichte von sechs Menschen, deren Identität von der gemeinsam durchlittenen Kindheit bestimmt wird. Nach der Ermordung ihrer Eltern waren die Kinder drei Jahre lang eingesperrt im Konzentrationslager Theresienstadt. Sie blieben als Gruppe nach dem Krieg zusammen und wurden im britischen Kinderheim Bulldogs Bank betreut. Heute leben sie in aller Welt verstreut. Wie verläuft das Leben von Menschen, deren erste Jahre von Heimat- und Elternlosigkeit, von Tod und Schrecken geprägt wurde? weiter lesen

1994
Ich bleibe nicht hinterm Zaun
von Heidrun Mössner
Lebensweg eines Bremer Freundes, der seine Arbeit aus eigenem Antrieb kündigte, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was danach geschehen soll.

Jazz, Swing, Kohlenklau
von Rolf Wolle
Die Entwicklung des Jazz in der Hansestadt Bremen nach dem 2. Weltkrieg. Persönliche Geschichten formen sich darin zu einem Kapitel (Musik-)Geschichte in Deutschland.

1993
FC Inter
von Roland Mayer
Der Alltag der Kinder in einem Asylbewerberheim in Bremen: Die kleinen Querelen mit den Anwohnern , die Konflikte im Heim selbst, in dem Menschen verschiedenster Nationalitäten leben. Das Bindeglied im Haus sind die Kinder: Ihr Spiel ist grenzenlos und sie sprechen als einzige im Haus eine gemeinsame Sprache: Deutsch.

1992
Life is a beautiful feeling
von Beate Skiba und Tobias Baader
Zu jung starb ein Freund am Heroin. LIFE IS A BEAUTIFUL FEELING zeigt seine Sehnsucht, die sich hinter der Sucht verbirgt. weiter lesen

Astoria, es war einmal ein Varieté (Die Insel)
von Rolf Wolle
Ein Kapitel Bremer Geschichte: Das Varieté Astoria. weiter lesen

1991
Warum Starb Nirmala Ataie
von Barbara Debus, Inge Buck und Konstanze Radziwill.
Die biographische Rekonstruktion der Geschichte der jungen Nepalesin Nirmala Ataie.

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